Die brasilianische Umweltbehörde IBAMA (Instituto Brasileiro do Meio Ambiente) hat im Rahmen des Abgass-Skandal die Strafe für die von VW manipulierten Motoren in Brasilien auf 50 Mio. R$ (umgerechnet rund 12 Mio. Euro) festgelegt. Der Volkswagenkonzern hat 20 Tage Zeit dagegen Einspruch zu erheben.

 

Von dieser Strafe betroffen waren 17.057 Fahrzeuge, ausschließlich vom Modell Amarok. Konkret geht es um Motoren, die 2011 und 2012 verbaut wurden und die in den durchgeführten Test die zulässigen Werte für den Ausstoss von Stickstoffoxiden deutlich überschritten haben. Weltweit sind vermutlich bis zu 11 Mio. Fahrzeuge betroffen. Relativ gesehen hält sich die Zahl in Brasilien in Grenzen, da der Verkauf von Dieselfahrzeugen seit 1976 stark eingeschränkt ist. VW scheint hier also mit einem blauen Auge davonzukommen.

Der Direktor des IBAMA, Luciano Evaristo, erklärt, dass, bei den betroffenen Autos nicht nur die Software angepasst wurde, Volkswagen hat auch die Testprogramme der IBAMA ausgehebelt: „Alle ausgegebenen Zertifizierungen wurden manipuliert“, sagt er. In Brasilien gibt es vergleichbar mit anderen Ländern Sicherheitstest und Emissionskontrollen vor Zulassung eines Fahrzeuges. Der in Brasilien verkaufte Amarok stammt aus einem Werk in Argentinien hergestellt und wurde dort mit dem bekannten 2,0-Dieselmotor von Typ EA189 ausgestattet.

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VW Modell Amarok

Die IBAMA teilte mit, dass die gegen VW ausgesprochene Strafe auf Basis des Umweltgesetztes Nr 9605/1998 erfolgte und sich nach dem Höchstsatz der für diese Art von Vergehen vorgesehenen Strafmaß in Abhängigkeit der betroffenen Fahrzeuge gerichtet hat.  Der Fall wurde nachfolgend an die Bundesstaatsanwaltschaft weiter geleitet.

Laut IBAMA wurde die brasilianische Niederlassung von Volkswagen Volkswagen do Brasil  am 25. September, ein Tag nach Aufkommen der Anschuldigungen der Umweltbehörde in den USA informiert. Mit Schreiben vom 22. Oktober benannte Volkswagen, den Amarok die Modell von 2011 und 2012 (Teilproduktion) als vom Abgass-Skandal betroffene Fahrzeuge im brasilianischen Markt.

Volkswagen hat bereits eine Rückrufaktion angekündigt, die im kommenden Jahr stattfinden soll. Konkret betroffen sind Amarok mit den Chassis Nummern:

  • BA000257 bis BA000338
  • B8000200 bis B8082605
  • CA001950 bis CA026145

„Technisch gesehen hat die Motorensoftware keine Auswirkungen auf die Sicherheit oder Funktionstüchtigkeit des Fahrzeugs“, sagte Volkswagen do Brasil in einer Erklärung.

Bisher gibt es keine Anzeichen, dass auch Benzin- und Flexmotoren (Alkohol/Benzin) betroffen sind.  Diese verfügen nicht über die manipulierte Software und es liegen keine Beweise vor, dass die Auflagen der brasilianischen Umweltbehörde für Schadstoffemissionen hier verletzt werden.

 

Quelle Text: GloboNews | Quelle Foto: Flickr/RL GNZLZ