Der russische Milliardär Michail Fridman, der über den Investmentfond LetterOne am brasilianischen Mobilfunkunternehmen Oi beteiligt ist, gibt den Versuch auf, die Fusion von Oi mit dem Telekommunikationsunternehmen TIM voranzutreiben.

 

Damit verringert sich die Wahrscheinlichkeit eines mögliches Zusammenlegens beider Unternehmen, über die seit einiger Zeit spekuliert wurde. Oi teilte in einer Börsenmitteilung mit, dass es von LetterOne über das Desinteresse von TIM an weitere Verhandlungen informiert wurde.

Der Investmentfond mit Sitz in London, der jedoch hauptsächlich in Rußland operiert, teilte mit, dass ohne ein ernsthafte Interesse von TIM jede weitere Bemühung um eine Fusion von Oi und TIM zum jetzigen Zeitpunkt keinen Sinn macht. Im Oktober hatte LetterOne noch vorgeschlagen, Oi mit 4 Mr. US$ auszustatten, um die von der Telecom Italia gehaltene TIM, die zweitgrößte Telefongesellschaft Brasiliens, zu erwerben. Dies war eine Reaktion auf die Mitteilung von Telecom Italia sich von seiner brasilianischen Tochtergesellschaft zu trennen.

Oi verfügt über das größte Festnetz in Brasilien und ist nach Vivo (Tochter der spanischen Telefonica), TIM und Claro (America Movil Mexiko) der viertgrößte Telekommunikationsanbieter Brasiliens. Oi ist allerdings hoch verschuldet und unterliegt einer Regulierung, die das Unternehmen an die Bereitstellung kostenintensiver Infrastruktur für Festnetzanschlüsse bindet, obwohl diese seit Jahren auf dem Rückzug sind.

Durch eine Fusion mit TIM hofft Oi, seine Position im Mobilfunkmarkt zu verbessern, und das Angebot neben Festnetz auf Mobilfunkt, Internetzugang und Kabelfernsehen auszubauen. Besonders der Mobilfunkbereich würde durch TIM gegenüber dem Wettbewerbern stark verbessert.

Nach Absage der Fusionspläne durch TIM wird Oi nun die Auswirkungen auf die Konsolidierung des brasilianischen Mobilfunkmarktes neu bewerten. Trotz Scheitern der Verhandlungen wird LetterOne sein Investment in Oi weiter fortführen. „Das Land bietet gute langfristige Wachstumsmöglichkeiten trotz eines aktuell herausfordernden makroökonomischen Umfelds“, so ein Sprecher von LetterOne.

 

Quelle Text: EXAME | Quelle Foto: BrasilToday