Der größte Stromerzeuger Brasiliens, Eletrobras, fordert Ausgleichszahlungen in Höhe von 3,2 Mrd. R$ für Verlust, die aufgrund der durch die Wasserknappheit in der Energiekrise verursachten höheren Kosten der Energieproduktion. Der Konzern ist noch dabei, das gesamte Ausmaß zu evaluieren, stellte jedoch bereits jetzt diese Forderung in den Raum

 

In Zusammenarbeit mit der nationalen Energiebehörde ANEEL strebt Eletrobras eine Entschädigungszahlung von 3,2 Mrd. R$ für entstandene Verluste in 2015 an, sagte der Finanzvorstand von Eletrobras, Armando Casado, in einer Telefonkonferenz am Montag.

Von diesem Betrag entfallen 2,7 Mrd. R$ auf die Verlust durch die Dürreperioden in den ersten neun Monaten. Weitere 500 Mio. R$ auf den Kostenanteil des Staates als Anteilseigner an den Staudammprojekten, unter anderem in Jirau und Santo Antônio.

Casasdo fügte an: „Gemeinsam in unseren Gremien untersuchen wir die Situation, um die Kostenbelastung zu ermitteln.“ Die Regierung hatte bereits mit einem vorläufigen Gesetz, die Kompensation von Verlusten aufgrund der Krise der Stromerzeugung aus Wasserkraft zu beschlossen. Zuständig für die Umsetzung ist die ANELL, die sich bereits mit detaillierten Regeln zum Energiekostenausgleich befasst und eine Einigung mit den Unternehmen erzielen will. Die Hauptbedingung dafür ist, dass die Energieunternehmen bis zum 14. Dezember eine Klage zum Verlustausgleich beim der Kammer für die Vermarktung von Elektrischer Energie CCEE (Câmara de Comercialização de Energia Elétrica) zurückziehen.

Eletrobras sucht des weiteren eine Lösung im Streit um 26,4 Mrd.R$, die das Unternehmen 2013 in die Erneuerung von Konzessionen zum Betrieb von Kraftwerken investiert hatte, unter der Annahmen, dass die Regierung wie angekündigt, die Kosten für Haushaltstrom senken würde. Finanzvorstand Armando Casado kündigte an, dass das Unternehmen bis Ende des Jahres sämtliche Entschädigungsforderungen ermitteln wird.

Bis dato hat die ANELL lediglich die Forderungen der Tochtergesellschaft von Eletrobras, Eletrosul in Höhe von 1 Mrd. R$ anerkannt, aber keine Aussage getroffen, wann dieser Betrag ausgezahlt wird. „Unsere Erwartungshaltung ist, dass das Ministerium noch in diesem Monat die Auszahlung beschließen wird“, sagte Armando Casado.

Zuletzt hatte ANEEL argumentiert, dass die erhöhten Kosten der Stromproduktion nicht weiter an den Verbraucher weitergegeben werden dürften, da die Stromkunden durch Tariferhöhungen in diesem Jahr bereits genug belastet sind.

Entscheidend aus Sicht von Eletrobras ist, in welchen Zeitraum die Ausgleichszahlungen geleistet werden. „Es ist ein Unterschied ob man von 27 Jahren oder 8 Jahren spricht“, sagte Casado. Er wies weiterhin darauf hin, dass die geforderten 26,4 Mrd.R$ noch mit Wert von 2012 in den Büchern stehen.

 

Quelle Text: EXAME | Quelle Foto: Flickr/RL GNZLZ