Das brasilianische Modeunternehmen Alpargatas, was unter anderem die bekannten FlipFlops der Marke Havaianas herstellt, wurde von Eigentümer Camargo Corrêa an den Finanzinvestor J&F Investments für 2,67 Mrd. R$ verkauft. Das entspricht einem Gegenwert von 12,85 R$ pro Aktie, ein Aufschlag von 32% gegenüber dem Schlusskurs von 9,73 R$ vom Donnerstag letzter Woche.

 

Der Kaufpreis wird von J&F Investments in bar gezahlt. Alpargatas, zu dem neben Havaianas auch die Marken Mizuno, Timberland und Osklen gehören, ist der größte Schuhhersteller Latein Amerikas. Die Transaktion muss noch von nationalen Wettbewerbsbehörde CADE (Conselho Administrativo de Defesa Econômica) genehmigt werden.

Zur Investmentgesellschaft J&F, zu dem unter anderem JBS, der größten Verarbeiter von Rindfleisch in der Welt gehört, erwirbt im Rahmen der Transaktion insgesamt 161.846.378 Stamm und 45.729.086 Vorzugsaktien von Aplargatas, was jeweils 66,99% und 19,98% alle Anteile entspricht. Der Kaufpreis umfasst insgesamt 44,12% des Gesamtkapitals des Modeunternehmens.

In einer Erklärung gegenüber der Aktienaufsicht CVM (Comissão de Valores Mobiliários) teilte J&F mit, dass die Übernahme der Beteiligung an Alpargatas zum Zwecke der Diversifizierung des eigenen Portfolios im Bereiche Mode- und Bekleidung erfolgt.

Der Abschluss der Transaktion ist mit der Abgabe eines Übernahmeangebots an die verbliebenen Aktionäre von Alpargatas verbunden. J&F, gab jedoch bekannt, dass nicht die Absicht besteht, das Unternehmen, auf Sicht von einem Jahr gesehen, von der Börse zu nehmen, so dass die verbliebenen Aktien weiter frei gehandelt werden können.

Zur Eröffnung der Börse stieg der Kurs der Alpargatas-Aktien BVMF:ALPA3: (%) um fast 4% auf 10,36 R$ an, was dem geschätzten Wert für einen Übernahmepreis an die verbliebenen Aktionäre entspricht. Die Vorzugsaktien BVMF:ALPA4: (%), die nicht von dem Übernahmeangebot betroffen sind, fielen um mehr als 6% auf knapp unter 9 R$ zurück. Den Verkauf von 45% der Vorzugsaktien hatte Camargo Corrêa ursprünglich ins Auge gefasst für einen Verkauf an einen neuen Investor.

Anfang dieses Monats hatte Alpargatas den Verkauf seiner Marken Topper und Rainha für 48,7 Mio. R$ an Sforza, eine Investorengruppe um den Geschäftsmann Carlos Wizard Martins bekannt gegeben. Diese Transaktion beinhaltete jedoch lediglich die Markenrechte. Wizard ist ein Sprachenlernnetzwerk, was 1987 gegründet und 2013 an die britische Person Gruppe für 2 Mrd. R$ verkauft wurde.

Camargo Corrêa, ein Industriekonglomerat in Privathand, was in 2015 einen Umsatz von 27,6 Mrd. R$ erwartet, zählt zu den Hauptbeschuldigten des Korruptionsskandals um Petrobras. Eines der Bauunternehmen der Gruppe hat bereits die Beteiligung an Kartellabsprachen und Geldwäsche zugegeben. Im August wurde gegenüber der Staatsanwaltschaft der Betrug eingeräumt eine Rückzahlung von 700 Mio. R$ vereinbart.

Neben dem Verkauf von Alpargatas, an dem Camargo Corrêa seit 1982 beteiligt war, sucht das Unternehmen weiter einen Investor für eine Beteiligung an InterCement, dem größten und wichtigsten Geschäftszweig der Gruppe. Dies ist im Zusammenhang mit der hohen Nettoverschuldung zu sehen, die nach Auskunft des Präsidenten von Camargo Corrêa, Vitor Hallack, insgesamt 24 Mrd. R$ beträgt, davon 2 Mrd. R$ an kurzfristigen Verbindlichkeiten. Allerdings sind insgesamt 9 Mrd. R$ davon auf den Kauf des portugiesischen Zementherstellers Cimpor zurückzuführen.

Vitor Hallack fügte an, dass die Schulden durch den Verkauf von Vermögenswerten abgebaut werden können. Ebenso ist eine Verlängerung der Kreditlinien möglich.

 

Quelle Text: Folha de S.Paulo | Quelle Foto: BrasilToday