Der Kosmetikproduzent Natura, der seine Produkte bisher im Direktvertrieb per Katalog und Handelsvertreter unterstützt von Fernsehwerbung vertreibt, plant für 2016 die Eröffnung von Ladengeschäften in Brasilien. Die ersten 10 Geschäfte sollen im ersten Halbjahr 2016 in São Paulo und Rio de Janeiro eröffnet werden.

 

Der Präsident des Unternehmens Roberto Lima sagte dazu auf einer Veranstaltung der Vereinigung der Direktvertriebsunternehmen ABEVD:“Im ersten Jahr wollen wir die Idee umsetzen und unser Konzept anhand der Reaktionen der Verbraucher überprüfen. Wenn alle Test abgeschlossen sind und sich das Modell als erfolgreich erweist, werden wir mit der Skalierung beginnen.“.

Die Ladengeschäfte werden Teil der Diversifikationsstrategie des Unternehmens sein. Der Fokus bleibt jedoch auf dem Direktvertrieb. Roberto Lima fügte an:“Wir versuchen unsere Kunden besser zu bedienen und ihnen mehr Testmöglichkeiten für unsere Produkte zu geben. Mit Filialen lässt sich das gut umsetzen. Dennoch sehen wir das nicht als Ersatz für unseren Direktvertriebskanal.“

Die Reaktion der Handelsvertreter war weitgehend positiv. „Sie verstehen, dass wir mehr Möglichkeiten schaffen müssen, um mit dem Verbraucher in Kontakt zu treten und die Präsenz unserer Produkte zu erhöhen.“, ergänzte Lima. Die Vertriebswege ergänzen sich. Der Kunde kann Produkte im Laden testen und wird auch weiterhin über einen Vertreter bequem per Telefon oder Internet bestellen.

Ausdrücklich keine Kompensation sollen die Ladengeschäfte für die fallenden Direktvertriebsumsätze in 2015 sein, betonte Lima. „Die Geschäfte werden zunächst nicht genug Umsatz produzieren, um einen signifikanten Einfluss auf die Ergebnisse zu haben“, sagte er. Auch glaubt Roberto Lima nicht, dass neue Technologien und Vertriebsansätze, dem Direktvertrieb schaden werden.

Lima sagte dazu: „Ich denke, dass die Menschen heute nicht mehr allein aufgrund von Fernsehwerbung dazu ermutigt werden, unsere Produkte zu kaufen, sondern viel mehr durch Empfehlung eines anderen. Das ist ist die Grundlage von Direktvertrieb.“

In wirtschaftlich schwierigen Zeiten versuchen Unternehmen durch Absenkungen der Preise, ihre Lagerbestände los zu werden. Natura hat in 2015 jedoch die Preise angehoben. Lima hält es dann auch für unwahrscheinlich, dass sich dies in 2016 ändert. Durch Inflation, Steuererhöhung und Abwertung des Real sind die Kosten vor allem im Import von Waren gestiegen. „Uns blieb daher nichts anders übrig, als die Preise anzupassen“, fügte Lima abschließend an.

 

Quelle Text: EXAME | Quelle Foto: BrasilToday