Der seit dem 29. Oktober 2015 begonnene Streik beim größten Unternehmen Brasiliens, Petrobras, wurde landesweit ausgeweitet. Neben den aus fünf Einzelgewerkschaften bestehenden Verband FNP (Federação Nacional dos Petroleiros) schloss sich am Sonntag die FUP (Federação Única dos Petroleiros) mit 12 Untergewerkschaften an.

 

Am Montag reagierte Petrobras auf die Lage, aktivierte Notfallteams in kritischen Unternehmensbereichen und versicherte: „alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die Produktion und Marktversorgung aufrecht zu erhalten sowie die Sicherheit der Arbeitnehmer und Einrichtungen zu gewährleisten“.

Die Gewerkschaften fordern eine Lohnerhöhung um 18%. Petrobras hat bisher jedoch lediglich eine Anpassung von 8,11% geboten. Der Streik richtet sich auch gegen die fortschreitende Privatisierung und den Teilverkauf des Unternehmens und für eine Stärkung der Arbeitnehmerrechte. Die FUP kündigte einen unbefristeten Streik an, nachdem Petrobras sich nicht verhandlungsbereit gezeigt hatte. Die FPU vertritt die Arbeitnehmer in Bacia de Campos, was für rund 70% der Ölproduktion des Landes verantwortlich ist.

Im Gegensatz zu Petrobras, was ein Teilverkauf von Unternehmensbereichen anstrebt, fordert die FUP eine Unterbrechung der laufenden Outsourcing-Prozesses und eine Wiederaufnahme von staatlichen Investitionen. Ein Gewerkschaftsvertreter meinte: „Die Investitionskürzungen, der Verkauf von Vermögenswerten, die Unterbrechung der Arbeiten an Projekte mit Ausfallzeiten hat Auswirkungen auf die Entwicklung des Landes und die nationale Souveränität“.

Betroffen vom Streik sind Petrobras Unternehmensbereiche in Bahia, Minas Gerais, Rio de Janeiro und Sao Paulo.

Die Gewerkschaften gehen davon aus, dass die Produktion von Öl am ersten Streikwochenende um bis zu 25% zurückgegangen ist. Petrobras hingegen erklärte, dass in einigen Unternehmensbereichen keine negativen Auswirkungen zu spüren seien. Gleichzeitig signalisierte das Unternehmen Verhandlungsbereitschaft für eine Lösung des Konfliktes.

 

Quelle Text: emtempo | Quelle Foto: Sindipetro Unificado/Divulgação