Vale, das größte Bergbauunternehmen Brasiliens, gerät verstärkt unter Druck aufgrund der durch einen Dammbruch ausgelösten Schlammlawine in Mariana, Bundesstaat Minas Gerais, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen. Die vermutlich bisher größte Umweltkatastrophe Brasiliens führte dazu, dass die kontaminierte Erde aus Minenaktivitäten von Vale, einen Fluss verunreinigt und an die Küste des Bundesstaates Espirito Santo ins Meer gelangt ist.

 

Die Katastrophe entwickelte sich bereits am 5. November, als ein Rückhaltedamm für gelagerten Abraum aus dem Eisenerzabbau brach, sich 40 Mrd. Tonnen Schlamm in einer Lawine ins Tal bewegten und 8 Menschen in den Tod riss. 11 weitere Menschen werden seitdem vermisst. Die Schlammlawine kontaminierte den Fluss Doce  und ergoss sich wenige Tage später an der Küste des Bundesstaates Espirito Santo ins Meer. Die Regierung sprach bereits von der größte Umweltkatastrophe der Geschichte Brasiliens.

Schlammlawine

Schlammlawine

Auch wenn die tatsächliche Ursache für das Unglück noch nicht gefunden ist, so ist die Verantwortlichkeit klar zu benennen. Betreiber der Abraumlagerstätte ist die Firma Samarco, die zu je 50% Vale und der australische BHP Gruppe gehört. Auch wenn Vale die rechtliche Verantwortung abstreitet und diese komplett bei Samarco sieht, ist durch die direkte Beteiligung an de, Unternehmen, eine Mitverantwortung sowie letztendlich eine Schadensregulierung durch Vale anzunehmen. Samarco wurde bereits zu einer Schadesersatzzahlung und Reparationsmaßnahmen in Höhe von 1 Mrd. R$ verpflichtet. Das Unternehmen bleibt weiterhin auf unbestimmte Zeit geschlossen und Vale hat seine Bergbauaktiväten in der Region deutlich reduziert. Samarco macht ungefähr 5% des EBITA von Vale aus. Die Gesamtkosten der Katastrophe könnten die 1 Mrd. R$ noch übersteigen. Es gab bereits das Gerücht, dass die nationale Umweltbehörde IBAMA, eine Strafe von 250 Mio. R$ verhängen wird.

Die Aktien von Vale BVMF:VALE3: 28.79 0.00 (0.00%) sind seit Bekanntwerden der Umweltkatastrophe von 18,20 R$ um 23% auf 14,02 R$ gefallen und konnten erst am heutigen Tag wieder leicht zulegen. Im Laufe des Novembers markierte die Aktie jedoch neue Tiefstände, die zuletzt im September 2005 erreicht wurden.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen belastet kurzfristig die weitere Unsicherheit bezüglich dem Ausmaß der Umweltkatastrophe und den drohenden weiteren finanziellen Belastungen. So ist es durchaus wahrscheinlich, dass das Unternehmen die Dividendenzahlung aussetzen. Zum anderen ist der Wert durch den Verfall der Rohstoffpreise belastet. Aufgrund der nachlassenden Konjunktur in China ist die Nachfrage nach Eisenerzen stark eingebrochen und damit auch die Weltmarktpreise.

Neben Vale sind weitere Unternehmen im Sog dieser Entwicklung zu sehen, der Stahlkonzern Gerdau BVMF:GGBR4: 10.27 0.00 (0.00%), ein Kunde von Vale und die Beteiligungsholding Bradespar BVMF:BRAP4: 20.66 0.00 (0.00%), die auch Anteile an Vale hält.

Die Aktienkursentwicklung im Überblick:

UnternehmenPerformance seit 01.01.2015Performance 1 Monat
Vale-52,44%-22,2%
Gerdau-36,01%+6,24%
Bradespar-55,60%-25,73%
IBOVESPA (Index)-3,45%+1,44%

Ein Analyst meinte, dass die Unsicherheit in der Vale Aktie weiter anhalten wird und es dauern Zeit braucht, bis das gesamte Ausmaß an finanzieller Belastung aus der Umweltkatastrophe bekannt wird. Wie lange die Rohstoffpreisbaisse anhält lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt ebenso noch nicht abschätzen.

 

Quelle Text: Folha de S.Paulo | Quelle Foto: Copyright GloboNews