Die Nationale Behörde für Energieerzeugung ANEEL (Agência Nacional de Energia Elétrica) hat am Dienstag dieser Woche neue Bedingungen zur Regulierung des Energiekostenausgleich, der das Risiko der Energieproduktion begrenzt, veröffentlicht.

 

Im Kern geht es um den Ausgleich von erhöhten Kosten der Stromproduktion aus Wasserkraft aufgrund der anhaltenden Dürreperiode. Dieser wurde in den letzten Monaten von den Energieproduzenten in Frage gestellt. Die Neuregelung, die auf einer vorläufigen Maßnahme der Regierung vom August basiert, muss noch vom Kongress verabschiedet werden. Der Generaldirektor der ANEEL, Romeo Rufino, erklärte, dass man das Thema wegen der Dringlichkeit der Angelegenheit, schnell verabschieden möchte. Gleichzeitig räumte er ein, dass  es im Zuge der Diskussion im Kongress noch Anpassungen geben könnte.

Die bisher angelaufenen Verluste in 2015 könnten durch Verlängerung der Betreiberlizenzen auf bis zu 15 Jahre fortgeschrieben werden. Die Unternehmen benötigen daher Rechtssicherheit in dieser Frage.

Die Regelung sieht vor, dass die Unternehmen ab 2016 ein erhöhten Kostenrisiko von bis zu 12% selber tragen müssen (aktuell 5%). Eine Weitergabe an den Endverbraucher ist erst ab diesem Wert möglich. Dazu existiert bereits seit Anfang des Jahres ein System von Alarmstufen, welches die Kosten für den Stromkunden anzeigt und die Unternehmen zur Weitergabe innerhalb der Stromrechnung ermöglicht. Seit der Einführung befindet sich diese Ampel bereits auf Stufe Rot, was dazu geführt hat, dass die Stromkosten für die Endverbraucher signifikant gestiegen sind. Belastend wirkt sich das auch auf die Inflation aus.

Die ANEEL geht davon aus, dass zwischen April und Mai nächsten Jahres wo wieder ansteigenden Niederschlagsmengen gerechnet wird, die Alarmstufe wieder in den grünen Bereich abgesenkt werden können, in dem für Stromkunden keine zusätzlichen Aufpreise entstehen.

Die ANEEL schlug drei Optionen für die Neuverhandlung der Risikoprämie vor, die je nach Höhe des Risikos variieren können. Angestrebt ist, die Regelung gesetzlich noch in diesem Jahr zu verankern, vorausgesetzt, die Unternehmen ziehen ihre Klagen zurück. Sofern man sich erst im nächsten Jahr einigen kann wären die Unternehmen nicht berechtigt, Entschädigungen für 2015 zu verlangen.

 

Quelle Text: GloboNews | Quelle Foto: BrasilToday