Die Zahl der verkauften Neuwagen ist im Jahr 2015 eingebrochen. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 26,6 Prozent. Damit verzeichnet die Autoindustrie Brasiliens das schlechteste Jahr seit 2008. Für 2016 zeichnet sich keine Besserung ab.

 

Nach Jahren des beständigen Wachstums zwischen 2003 und 2012 hat der Automobilmarkt in Brasilien bedingt durch die Wirtschaftskrise einen starken Einbruch der Verkaufszahlen zu verzeichnen. Mit 2.570.000 verkauften Fahrzeugen fiel der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 26,6%. Das geht aus den vorläufigen Zahlen des Verbandes der Automobilproduzenten ANFAVEA (Associação Nacional dos Fabricantes de Veículos Automotores) hervor. In den Umsätzen enthalten sind die Verkäufe von PKW, Bussen und Lastkraftwagen.

Im Monat Dezember wurden 227.300 Fahrzeuge neu zugelassen, was einem Wachstum zum Vormonat von 16,4% entspricht. Ausgelöst wurde dieser kurzfristige Anstieg vor allem durch großzügige Rabatte, die Händler eingeräumt hatten, um ihre Lagerbestände zu reduzieren. Diese Entwicklung war jedoch nicht ausreichend, um das schlechteste Verkaufsergebnis seit dem Jahr 2008 zu vermeiden. Auch in 2016 scheint es keine Anzeichen für eine schnelle Besserung der Lage zu geben.

Die Situation wird zusätzlich belastet durch den Verlust von Skaleneffekten im Vertrieb, dem hohen Dollarkurs, der sich negativ auf den Preis der Vielzahl von importierten Komponenten auswirkt. Hinzu kommt die gestiegene Inflation sowie höhere Steuern, die die Verkaufspreise von Fahrzeugen weiter erhöht haben.

Teilweise konnte die Verluste durch einige erfolgreiche Modelle kompensiert werden. Die vorhanden Produktionskapazitäten konnten jedoch bei weitem nicht ausgelastet werden, was eine Vielzahl von Jobs in der Industrie gefährdete.

Nach Angaben der ANFAVEA haben die Automobilhersteller in den vergangenen zwei Jahren etwa 28.000 Arbeitsplätze abgebaut. Insgesamt waren Ende 2015 noch 130.000 Menschen beschäftigt. Der Rückgang wäre noch größer ausgefallen, wenn nicht Unternehmen wie BMW, Audi in dieser Zeit neue Fabriken in Brasilien eröffnet hätten. Hinzu kommt jedoch, dass etwa 35.600 Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt wurden. Weitere Verluste von Arbeitsplätzen bei Zulieferern sind außerdem noch nicht mit eingerechnet.

Marcos Munhoz, Vizepräsident von General Motors Brasilien, sagte:“ Die letzten zwei Jahre waren herausfordernd für die Automobilindustrie in Brasilien. Wir hatten Kostensteigerungen, die Erhöhung von Zinsen und Steuern, die zu einem starken Rückgang der Verbrauchernachfrage geführt haben.“. Munhoz sieht noch keine Erholung für eine schnelle Erholung des Marktes in 2016. Im Jahr 2012 wurde rund 3,8 Mio. Fahrzeuge verkauft. Die Prognose für 2016 liegt zwischen 2 und 2,2 Mio. Einheiten.

Trotz dieses Szenarios bekräftigte der Vizepräsident von GM, dass das Unternehmen an den aktuellen Investitionsplänen festhalten werde. Ein Teil der Mittel von 13 Mio. R $ fliessen in das Vertriebsnetz. Außerdem wird das Unternehmen das Sourcing von Zulieferteilen in Brasilien direkt verstärken.

 

Quelle Text: Folha de S.Paulo | Quelle Foto: BrasilToday