Der neue Finanzminister Brasiliens, Nelson Barbosa, hat sich erstmal vor einem größeren internationalem Publikum auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos über die Lage des Landes geäußert. Nach seiner Einschätzung befindet sich Brasilien in einer Phase des Überganges.

 

Damit erklärte er den schwierigen Verlauf des Jahres 2015 in dem die Inflation beständig zunahm, der Real stark an Wert verlor und die Wirtschaft in eine Rezession rutschte. Auf dem jährlichen Treffen in der Schweiz wurde er gefragt, ob die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes das „neue Normal“ des Landes ist.

Darauf hin entgegnete der Minister, dass Brasil sich in einer Phase der Anpassung an die veränderten internationalen Gegebenheiten und an den Preisverfall der Rohstoffe befindet. Er sei sich jedoch sicher, dass der aktuell schwierige Moment überwunden werden wird.

Nach seiner Einschätzung hat das Land die Phase von hohen Rohstoffpreisen genutzt, um in soziale Sicherheit zu investieren und die Armut von Teilen der Bevölkerung erfolgreich zu bekämpfen. Jetzt kommt es darauf an, sich für die neuen Gegebenheiten zu wappnen. Nelson Baroso wörtlich: „Brasil hat immer noch eine starke diversifizierte Wirtschaft. Es bedarf jedoch struktureller Anpassungen und da sind wir auf der Hälfte des Weges.“

Wichtige Punkte für ihn sind die Beibehaltung des ökonomischen Gleichgewichtes, die Reduktion der Ungleichheiten und die Schaffung von Bedingungen für Wirtschaftswachstum, auch durch Investition in Infrastruktur, die ohne Hilfe des Staates nicht erfolgen würde.

Im Moment ist Brasilien sehr auf die Beseitigung der inneren Probleme fokussiert, aber jede positive Veränderung wird auch regional in Südamerika Nutzen stiften. Ziel von Barbosa bleibt, die Zusammenarbeit mit Argentinien zu verbessern.

In der Debatte mit Barbosa nahm auch der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Joseph Stiglitz teil, der anregte, für die Messung des Erfolges eines Landes andere Maßstäbe als das BIP anzuwenden, z.B. das Thema Nachhaltigkeit. Er verwies in diesem Zusammenhang auf Peking, in der die Menschen durch den ständigen Smog unter schlechteren Bedingungen leben als vor 30 Jahren. Stiglitz hatte sich jedoch an andere Stelle bereits über die Entwicklung des BIP Brasiliens geäußert.

Barbosa entgegnete darauf, dass es darauf ankommt, dass sich ein Land weiterentwickelt, auch mit Blick auf das BIP pro Kopf und die Reduktion der Ungleichheiten in der Bevölkerung.  Er habe keinen Zweifel daran, dass die Märkte die Motoren für Wachstum sind, jedoch nicht nur Fortschritt sondern auch Ungleichheiten und Schwankungen produzieren, sagte Barbosa.

 

Quelle Text: GloboNews | Quelle Foto: WEF Davos

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