Der Dollar stieg am Donnerstag um 1,5% auf ein neues Allzeithoch von 4,1655 R$. Experten machten die erwartete aber ausgebliebene Leitzinserhöhung der Zentralbank verantwortlich.

 

Zuletzt hatte der Dollar im September 2015 diese Niveau erreicht, war aber anschließend unter anderem aufgrund der Interventionen der Zentralbank wieder auf ein Niveau unter 4 R$ gefallen.

Experten sehen die Entwicklung als Reaktion auf die von der Zentralbank beschlossenen Beibehaltung des Leitzinses. Sie hatten zuvor mit einer weiteren Anhebung des Leitzinses um 0,50 Prozentpunkte auf 14,75% gerechnet und kritisierten demzufolge die Entscheidung des Geldmarktausschusses Copom. Die Nichtanhebung wecke Zweifel an der Unabhängigkeit der Zentralbank und stellt das Ziel in Frage, die Inflation unter Kontrolle zu behalten, sagte ein Währungsspezialist eines Analystenhauses.

Die Zentralbank hatte ihre Entscheidung mit anhaltender globaler und auch lokaler Unsicherheit begründet. Jedoch vergrößern sich auf der anderen Seite weiterhin die Kapitalabflüsse aus Brasilien.

„Die Entscheidung der Zentralbank zeigt dem Markt, dass die wirtschaftliche Situation weit schlechter ist als in seinen Nachbarländern. Und wie erwartet hat der Real eine relativ schlechtere Performance aufzuweisen“, sagte ein Experte.

Damit steht Brasilien schlechter da als andere Volkswirtschaften in Latein Amerika. So verlor der Dollar beispielsweise gegenüber dem kolumbianischen Peso 2% als Reaktion auf den steigenden Ölpreis.

Dieser hatte zwischenzeitlich den niedrigsten Stand seit 12 Jahren erreicht bevor er wieder um 5% anzog und bei einem Preis über 30 US$ pro Barrel schloss. Ausgelöst wurde dieser Sprung durch Äußerungen von Mario Draghi, dem Vorstand der europäischen Zentralbank, der ein Ausweiten der aktiven Geldpolitik der Zentralbank in Aussicht stellte.

 

Quelle Text: Brasil247 | Quelle Foto: Flickr/thetruthabout

Dein Kommentar