Das erste Mal seit zwei Monaten wurde der Dollar um 3,75 R$ gehandelt. Grund sind Gerüchte um den Rückzug von Levy vom Amt des Finanzministers. An seiner Stelle soll der ehemalige Präsident der Zentralbank Henrique Meirelles die Geschäfte übernehmen.

 

Am Vortag war der Dollar bereits um 0,22% auf 3,7915 R$ gefallen und setzte am Mittwoch seine Abwärtsbewegung fort und erreichte mit 3,7057 R$ den niedrigsten Stand seit Anfang September wo der Kurs bei 3,6953 R$ lag. Insgesamt hat der Real in diesem Jahr bereits um 42,61% abgewertet.

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Quelle: Oanda

Der Mark nahm das Gerücht um einen Wechsel an der Spitze des Finanzministeriums offensichtlich positiv auf. Insider gehen jedoch davon aus, dass dieser Schritt immer noch weit entfernt von einer endgültigen Lösung der aktuellen Probleme Brasiliens bedeutet. Die Abwärtsbewegung war geprägt von geringen Umsätzen und ist damit äußerst fragil.

Ein Analyst meinte gegenüber Reuters: „Es gibt keine Garantie, dass dies die notwendigen finanzpolitischen Anpassungen eintreten. In diesem Zusammenhang kann die positive Marktreaktion von kurzer Dauer sein. Wenn jedoch eine Neubesetzung des Finanzministeriums erfolgt, könnte dies als Wendepunkt aufgefasst werden.

Henrique Meirelles führte die Banco Central do Brasil während der zwei Amtszeiten von Präsident Lula und verfolgt eine weitgehend orthodoxe Geldpolitik, die sich stark auf die Bedürfnisse der Finanzmärkte ausrichtete. Zudem hat er einen besseren Draht zum Kongress, was in Zeiten der großen Zerwürfnisse zwischen Executive und Legislative ein deutlicher Vorteil wäre.

Insgesamt gehen Marktbeobachter jedoch davon aus, dass die Aussichten für Brasilien weiterhin getrübt sind. Eine personelle Veränderung an der Spitze, ist maximal ein Schritt, um die Situation etwas abzumildern, aber auch nicht mehr.
„Der Geldmarkt ist aktuell aufgrund Mangel an Liquidität weitgehend ausgetrocknet. Daher entsteht diese Dynamik, sobald ein ausländischer Investor Dollar verkauft“: sagte der Währungsexperte von Icap, Italo Abucater der Agentur Reuters.

Gleichzeitig wurde bekannt, dass die Zentralbank mit Währungsabsicherungsgeschäften durch den fallenden Dollarkurs 10 Mrd. R$ verdient hat, wodurch die Gesamtverluste der Bank auf 83,69 Mrd. R$ reduziert wurden. Bereits im Oktober wurde eine Gewinn von 19 Mrd. R$ durch Verkauf von SWAPs (Devisen Futures) verdient, die das Ziel hatten, den Aufwertungsdruck des Dollar zu reduzieren.

Trotz der aufgelaufenen Verluste aus Währungsabsicherungsgeschäften wies der Präsident der Zentralbank Alexandre Tombini darauf hin, dass durch den höheren Dollarkurs die Währungsreserven des Landes eine entsprechende Aufwertung erfahren haben, was die Verluste aus den SWAP Geschäften mehr als kompensiert. Ziel der Zentralbank sei, die Wechselkursschwankungen gering zu halten, um dem Privatsektor eine verlässlichere Kalkulationsbasis für deren Wirtschaftsaktivitäten zu ermöglichen.

 

Quelle Text: GloboNews | Quelle Foto: Flickr/Zé Carlos Barretta