Im Verlauf des Oktobers hat sich der Dollar gegenüber dem Real unter 4,00 R$ stabilisiert. Nachdem der Dollar in den letzten Monaten kontinuierlich im Wert gestiegen war, ist das der erste Rückgang auf Monatsbasis. Aktuell liegt der Umtauschkurs bei 3.86 R$, was auf Monatssicht einen Rückgang um ca. 4% bedeutet. Auf das Gesamtjahr gesehen besteht nach wie vor eine hohe Abwertung des Real von knapp 45% in den Büchern.

 

Dem Dollarkurs am Monatsende kommt besondere Bedeutung zu, da er als Referenzwert für Verträge im Finanzmarkt gilt.
Nachdem die FED in Amerika am Mittwoch andeutete noch im Dezember den eine Leitzinserhöhung vorzunehmen, ist diese Entwicklung zunächst erstaunlich, da durch dieser Entscheidung mit einen höheren Druck auf den Real gerechnet werden muss, da Anleger ihre Währungsbestände zugunsten des US$ reduzieren.

Der Dollar verlor zuletzt nicht nur gegenüber dem Real sondern gegenüber 19 der 24 wichtigsten Währungen von Schwellenländern und den zehn wichtigsten Währungen der Welt, einschließlich der Euro, Yen, Pfund und Franken.

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Durch die allgemeine Unsicherheit bezüglich der weiteren politischen wie wirtschaftlichen Entwicklung Brasiliens und des kurzfristig trüben Ausblicks, fahren die Markteilnehmer zum gegenwärtigen Zeitpunkt eine etwas defensivere Strategie. Dadurch können bereits kleinere Positionen, den Markt stärker beeinflussen. Das trifft vermutlich auch auf Spekulanten zu, die auf eine Zinserhöhung der FED bereits im Oktober gesetzt hatten und sich nun eindecken mussten.

Die brasilianische Zentralbank hat für den Beginn der nächste Woche den Verkauf von Währungs-Swaps in Höhe von 10,902 Mrd. US$ angekündigt mit Fälligkeit Dezember. Sollte die FED tatsächlich die Zinsen erhöhen, wird der Druck auf den Real wieder zunehmen, da Investoren weiter Geld aus relativ risikoreichen Ländern wie Brasilien abziehen und in Dollar anlegen, der dann zusätzlich Attraktivität gewonnen hätte.

 

Quelle Text: UOL Carros | Quelle Foto: Flickr/thetruthabout