Ab sofort sind Fahrzeuge mit Elektro- oder Wasserstoffantrieb (Brennstoffzelle)  von der Importsteuer befreit, die normalerweise bis zu 35% des Fahrzeugwertes beträgt. Dies gab die Bundesbehörde durch eine Veröffentlichung am 27. Oktober 2015 bekannt. 

 

Von der Steuerbefreiung profitieren können sowohl fertig montierte, halbfertig montierte als auch vollständig zerlegte aber für die Montage vorbereitete Fahrzeugen. Eine weitere Voraussetzung ist, dass die Batterie eine Reichweite von mindestens 80 Kilometer zulässt, was theoretisch jedes aktuell angebotene Modell erfüllen sollte.

Nissan, das mit dem Leaf das aktuell meistverkaufte Elektroauto der Welt produziert und über ein modernes Montagewerk in Resende (Rio de Janeiro) verfügt, erwartet jedoch weitere staatliche Anreize, um den Verkauf der Fahrzeugen mit Elektroantrieb zu befördern. Momentan testet Nissan den Leaf in einem Pilotversuch mit einer Taxiflotte in Rio.

Nissan Werk Resende (RJ)

Nissan Werk Resende (RJ)

Im Direktverkauf ist gegenwärtig nur der BMW i3 erhältlich, zu einem Listenpreis von rund 200.000 R$ (47.000 Euro).  Durch den hohen Dollarkurs sowie durch hohe Importabgaben sind Autos in Brasilien generell relativ teuer. Die Aufhebung der Importsteuer ist daher ein erster Schritt, wird aber vorhersehbar nicht ausreichen, um die Nachfrage nach Elektrofahrzeugen in Brasilien signifikant zu erhöhen. Die Hersteller hoffen daher auf weitere Steueranreize und Förderprogramme für Käufer.

Der Branchenverband Anfavea (associação dos fabricantes) erwartet, dass im Jahr 2015 bis zu 1.000 Fahrzeugen mit alternativen Antrieben in Brasilien verkauft werden.

 

Quelle Text: UOL Carros | Quelle Foto: Flickr/mariordo59