Die Zentralbank Brasiliens hat eine neue Expertenschätzung zur Entwicklung gesamtwirtschaftlicher Kennzahlen herausgegeben. Demnach entwickelt sich die Inflationsrate positiver als erwartet, das Bruttoinlandsprodukt hingegen sinkt stärker als angenommen, zumindest in 2016.

 

Das Bruttoinlandsprodukt wird nach Expertenmeinung in 2016 um 3,45% fallen, eine Anpassung um 0,05% von der vorherigen Schätzung. Für 2017 gehen die Fachleute weiterhin von einem leichten Wachstum von 0,5% aus. Vorausgegangen waren vom Finanzminister Nelson Barbosa angekündigte Fiskalanpassungen, die sich unmittelbar auf die Wachstumsaussichten der Volkswirtschaft auswirken. Auch das Vertrauen der Wirtschaft in eine Verbesserung der allgemeinen Lage, was gegen Ende des letzten Jahres leicht angezogen war, gab nun wieder nach. Die Unternehmer sind deutlich pessimistischer eingestellt für die kommenden Monate.

Auf der anderen Seite reduzierten die Experten die Erwartungshaltung zur Inflationsentwicklung. Der Preisindex IPCA wurde leicht besser gesehen mit einer durchschnittlichen Jahresinflation von 7,57% statt 7,62%. Dazu beigetragen haben die Zahlen der Arbeitslosigkeit im Januar, die mit 7,6% weiterhin sehr hoch ausgefallen waren. Daraus schlossen die Experten, dass die Zentralbank noch weitere Maßnahmen unternehmen muss, um die Inflations einzugrenzen.

Den Leitzins Selic, der aktuell bei 14,25% liegt, sehen die Fachleute unverändert. Für 2017 wird mit einem Absinken auf 12,50% (vorher 12,63%) gerechnet.

Die Schätzungen für die Industrieproduktion gehen von einem Rückgang von 4,50% (vorher 4,40%) aus. Für das Jahr 2017 wird eine Erholung um 0,8% (vorher 1,00%) angenommen.

Den Haushaltsüberschuss sehen die Experten in 2016 und in 2017 bei insgesamt 40 Mrd. US$ (vorher 37,5 Mrd. US$).

Die Erwartungshaltung für den Wechselkurs am Jahresende ist 4,35 R$ (vorher 4,36 R$) und 4,40 R$ für 2017.

Zukünftig werden die Entwicklungen der Prognosen der Zentralbank Brasiliens unter der Rubrik Kennzahlen mit aufgenommen.

 


Quelle Text: Valor | Quelle Foto: Brasiltoday