Wie das IBGE mitteilte, ist die Industrieproduktion im November 2015 um 2,4% gefallen. Ursachen waren vor allem die Auswirkungen des Streiks bei Petrobras sowie die Umweltkatastrophe in Marina (Minas Gerais). Die ist der größte Rückgang seit Dezember 2013, als die Industrieproduktion um 2,8% zurückging, und der sechste Rückgang in Folge, was seit Erhebung des Indikators in 2002 ein Novum darstellt.

 

Die Industrie kämpft bereits seit Monaten mit den Auswirkungen der Wirtschaftskrise und ist damit beschäftigt ihren Output an die veränderten Nachfragebedingungen anzupassen. Maschinen werden abgeschaltet, Lagerbestände über Preisnachlässe abverkauft, Investitionen in die Zukunft verschoben.

Der Streiks bei Petrobras und die Umweltkatastrophe um Vale haben im November zu weiteren Verwerfungen und Unsicherheiten in der Branche geführt, sagte André Macedo, IBGE Industrie.

Quelle: IBGE

Quelle: IBGE

Im Vergleich zum gleichen Monat des Vorjahres war der Rückgang der brasilianischen Industrieproduktion mit -12,4% sogar noch höher, das schlechteste Ergebnis seit April 2009, wo der Wert bei -14.1% lag. Insgesamt wurde der 21. aufeinanderfolgende Produktionsrückgang seit Datenerhebung im Jahr 2002 festgestellt.

Experten hatten erwarten, dass die industrielle Produktion im November nur um 1% gegenüber dem Vormonat fällt und im Vorjahresvergleich einen Rückgang von 10,3% prognostiziert.
Zwar fehlt noch ein Monat in der statistischen Betrachtung, aber man kann schon jetzt sagen, dass die Industrieproduktion auf das Gesamtjahr gesehene vermutlich um mindestens -8,1 in 2015 fällt, den tiefsten Wert seit 2009, wo der Rückgang 9% betrug. In den letzten 12 Monaten bis Ende November sank die Produktion um insgesamt 7,7%.

Besonders betroffen war vor allem die Bergbauindustrie mit der Produktion von Rohöl und Eisenerz. Der Rückgang betrug hier insgesamt 10,9%. Die Streik bei Petrobras begann am 28. Oktober und dauert einen Monat. Die Arbeiter unterbrachen die Förderung in wichtigen Förderanlagen des Ölkonzern.
Die Auswirkungen des Streiks betrafen vor allem Raffinerien. Die Produktion von Koks, Erdölprodukte und Biokraftstoffe sank um 7,8%. Die Produktion von Erz wurde durch den Dammbruch von Samarco in Mariana beeinträchtigt. Samarco verfüg über Kapazitäten von 30,5 Mio. Tonnen Pellets pro Jahr, die seit der durch den Dammbruch ausgelösten Umweltkatastrophe nicht zur Verfügung stehen.

Neben diesen beiden Hauptsegmenten der Industrieproduktion betrug der Rückgang bei Nahrungsmitteln 2,2%, bei EDV-Anlagen, elektronischen und optischen Erzeugnissen 6%. Auf Monatsbasis zulegen konnten Fahrzeugbau (+1,3%), Metallurgie (1,4%) und Getränkeindustrie (1,4%) .

 

Quelle Text: Folha de S.Paulo | Quelle Foto: Brasiltoday