Die vom nationalen Statistikinstitut IBGE festgestellte amtliche Inflationsrate für 2015 beträgt 10,67%. Damit erreicht der Kaufpreisindex IPCA den höchsten Stand seit 2002, als die Inflation bei 12,53% lag.

 

Die Inflationsrate für 2015 liegt damit auch weit über dem Wert von 2014 als 6,41% gemessen wurden. Das Ziel der Einhaltung einer Obergrenze von 6,5% und einem gewichteten Mittelwert von 4,5% wurde damit deutlich überschritten. Der Zentralbankrat Copom muss daher eine Stellungnahme vom Finanzministerium zu dieser Regelverletzung einfordern.

Treiber für die Preisentwicklung in 2015 waren vor allem die gestiegene Strompreise. Diese erhöhten sich um durchschnittlich 51%, in Sao Paulo sogar um 70,97% und Curitiba um 69,22%. Auslöser war vor allem die Krise der Stromerzeugung. Aufgrund von ausbleibenden Regenfällen musste der Strom teuer in thermischen Kraftwerken erzeugt werden. Die Kosten dafür wurden größtenteils auf den Endverbraucher umgelegt.

Weiterhin erhöht wurde die Glücksspielsteuer (47,5%), Tickets für Busse (15,09%), Wasser- und Abwassergebühren (14,75%). Die Benzinpreise stiegen um 20,%, Ethanol um 29,63%. Insgesamt machen die Energiekosten 24% des gesamten Preisindex aus. Eulina Nunes dos Santos, verantwortlich für die Berechnung des Preisindex IPCA bei der IBGE, sagte: Der Anstieg der Energiekosten, der Benzinpreise und anderer Preise haben dazu geführt, dass im Laufe des Jahres mehrfach Preiserhöhungen auch bei anderen Gütern auftraten. Quasi die Hälfte der 373 von der IBGE beobachteten Preise, die für die Berechnung des Preisindex ausschlaggebend sind, stiegen im Laufe des Jahres um mehr als 10%.

Nur im Dezember 2015 ging der Preisanstieg im Monatsvergleich etwas zurück. Statt wie 1,01% im November, stiegen die Preise nur um 0,96%. Im Dezember 2014 hatte der Preisanstieg jedoch noch bei 0,78% gelegen.

 

Quelle Text: Valor | Quelle Foto: Flickr/Artur Luiz