Bis zu den olympischen Spielen in Rio de Janeiro sind es weniger als 7 Monate. Die Stadtverwaltung hat nun die Verträge mit einer Baukonsortium gekündigt, was mit Bauten in Verzug geraten ist.

 

Die Stadtverwaltung von Rio de Janeiro hat den Vertrag des für den Bau der Tennisanlage im Olympiapark in Barra da Tijuca verantwortlichen Konsortium gekündigt.

Das Konsortium bestehend aus den Unternehmen iBeg Engenharia, Tangran und Damiani wurde zudem zu einer Vertragsstrafe von 11 Mio. R$ verurteilt.

Die Tennisanlagen bestehen aus drei Blöcken mit Haupt- und Nebengebäuden, die nach Angaben von iBeg bereits zu 90% fertigstellt sind. Allerdings stand die Baustelle in den letzten zwei Wochen im Mittelpunkt von drei Protestkundgebungen von Arbeitern. Diese hatten zuletzt die Zufahrtstrasse zum Gelände blockiert.

Das Unternehmen wurde beschuldigt, Arbeitspapiere nicht auszuhändigen und entlassenen Mitarbeitern die Abschlusszahlung zu verweigern. Nach Gewerkschaftsangaben betraft dies allein in der letzte Woche 356 Arbeiter.

Das Unternehmen hingegen behauptete, dass die aufgrund von fehlenden Zahlungseingängen der Stadtverwaltung von Rio de Janeiro, eine Auszahlung der Gelder nicht möglich war.

Noch sind 300 Arbeiter auf der Baustelle beschäftigt. Was mit Ihnen nach Kündigung der Verträge passiert, ist jedoch unbekannt. Einer von Ihnen ist Mason Alcyone Casimir Pereira, 45 Jahre, der ohne die Papiere keinen neuen Job bekommen kann. Er ist bereits in Schwierigkeiten, die laufenden Rechnungen zu bezahlen für sein Haus in Duque de Caxias, in der Metropolregion von Rio de Janeiro. Mit sechs Kindern im schulpflichtigen Alter und einer arbeitslosen Frau ist alles von seinem Gehalt von 1.700 R$ (ca. 400 Euro) abhängig.

„Ich arbeite seit 26 Jahre auf dem Bau, aber so was habe ich noch nie erlebt. Wir sind sehr motiviert für die Olympischen Spiele zu arbeiten, aber es fehlt an Respekt für die Arbeiter. Die Zahlungen müssen dringend erfolgen“, so Pereira.

 

Quelle Text: Folha de S.Paulo | Quelle Foto: BrasilToday