In einem Interview mit dem Journal do Brasil äußerte sich Senator Lindbergh Farias (Rio de Janeiro), einer der Vorkämpfer der Arbeiterpartei (PT) kritisch zu den Maßnahmen von Finanzminister Levy. Er zeigte sich sehr besorgt, über den Zustand der Regierung von Präsidentin Dilma Rousseff und meinte, dass die Arbeitslosigkeit bis auf 12% steigen könnte, wenn am jetzigen Kurs festgehalten wird.

 

Laut Lindbergh Farias verschließt Levy, den auch Lula, als ehemaliger Präsident lieber außerhalb der Regierung sehen würde, die Augen vor Banken und Großunternehmen und schirmt das Finanzsystem weitgehend ab. Wörtlich sagte er: „Es ist nicht normal, dass letzten Quartal Itaú eine exorbitant gutes Ergebnis von 4 Mrd. R$ erzielt hat, während alle anderen Unternehmen in Schwierigkeiten sind und Arbeitsplätze abbauen müssen.“

Zum viel diskutierten Amtsenthebungsverfahren der Präsidentin Dilma Rousseff meinte er: „Es gibt ein viel stärkere Bewegung die gegen die Präsidentin ist, als eine, die sie unterstützt. Dadurch ist sie geschwächt. Dilma kämpft mit den Gegenkräften und ist so in einer Falle. Einzig das Volk kann sie befreien. Ich warne davor, dass wenn die Arbeitslosigkeit auf 10%, 11% oder 12% steigt, gibt es niemand mehr, der sie verteidigt, denn es sind die gleichen Leute, die sie gewählten, die auch Lula gewählt haben.“

Nach Aussage des Senator ist der ehemaliger Präsident Lula nicht einverstanden mit der Politik des Finanzminister. Im Interview, in dem er sich auf generelle Aussagen zur Wirtschaftspolitik konzentrierte, merkte der Senator an, dass die PT es versäumt hat, in guten Zeiten, notwendige Reformen durchzuführen und das politische und kulturelle Bewusstsein der Leute zu verbessern, die von den Sozialprogrammen in den letzten 12 Jahren profitiert haben.

„Wir haben verpasst, die Medien zu Mittel der Kommunikation zu demokratisieren, aufzuhören mit der Finanzierung von Parteikampagnen durch Unternehmen. Wir hatten Kraft zur Veränderung dieser Zustände. Wir haben es verpasst, eine Steuerreform umzusetzen, so dass Reiche mehr Steuern zahlen“, kritisierte Lindbergh.

Das gesamte Interview ist im Journal do Brasil nachzulesen.

 

Quelle Text: Jornal do Brasil | Quelle Foto: Flickr/Senado Federal