Die Strompreise könnten nach Prognose der Kammer für Stromvermarktung CCEE im Februar um 10% sinken. Vorausgesetzt ist, dass die Erzeugerpreise sinken. Dafür müssten die teuren thermischen Kraftwerke abgeschaltet werden.

 

Nach Angaben der CCEE besteht jedoch mit Ausnahme der Kernkraftwerke, deren Funktion aus technischen Gründen nicht unterbrochen werden kann, voraussichtlich im Februar die Möglichkeit.
Dann wäre auch eine Umstellung des aktuell im roten Bereich befindlichen Aufschlagfaktor in den grünen Bereich denkbar.

Der momentane Aufschlag beträgt 45 R$ pro MWh und soll die Kosten für die thermische Stromerzeugung decken, die wesentlich teurer ist als die Stromerzeugung durch Wasserkraft. Der Aufschlag ist maßgeblich verantwortlich für die stark gestiegenen Strompreise im Verlauf des Jahres 2015, insgesamt 51,3%, was auch erhebliche Auswirkungen auf die Inflationsentwicklung hatte.

Ob eine sofortige Reduktion erfolgt, ist jedoch unsicher. Letztendlich fällt die Entscheidung darüber die nationale Energiebehörde ANEEL. Ausschlaggebend dürften auch die Entwicklung und Prognose der Regenfälle sein.

Nach Schätzung der CCEE beträgt der Unterschied in den Produktionskosten (Wasserkraft zu Thermische Erzeugung) im Durchschnitt 30 R$ pro MWh, mit Ausnahme des Nordostens von Brasilien, wo dieser Wert bis auf 100 R$ pro MWh steigen kann.

Möglich wäre auch statt dem grüne Bereich, den Aufschlag zunächst auf den gelben Bereich umzustellen. Hier lägen die Kosten bei 25R$ pro MWh, was einer Reduktion der Stromkosten um 4% entsprechen würde.

Seitdem im vergangenen Jahr die Stromproduktion auf teure und relativ ineffiziente Anlagen umgestellt werden musste, um die Stromversorgung des Landes sicherzustellen, werden die Einnahmen aus dem Aufschlag auch verwendet, um die Stromkosten im Nordosten zu subventionieren. Es ist daher denkbar, dass ein Umstellung erst dann erfolgt, wenn der Nordosten wieder in der Lage ist, die Stromerzeugung zu niedrigeren Kosten sicherzustellen.

Über die Tarifanpassung entscheidet die ANEEL am 29. Januar.

 


Quelle Text: Folha de S.Paulo | Quelle Foto: Flickr/Kaltduscher