Wie die Nationale Statisikbehörde IBGE mitteilte, sind die Strompreise seit Anfang des Jahres bis Ende Oktober um bis zu 49.03% gestiegen. Damit sind die Energiepreise hauptverantwortlich für die steigenden Lebenshaltungskosten in 2015. Die aktuelle Inflationsrate für das Gesamtjahr liegt bisher bei 8,52% und ist damit die höchste seit 1996.

 

Die IBGE, überwacht den nationalen Verbraucherpreisindex IPCA, die offizielle Inflationsrate, als Gradmesser für die Entwicklung der Lebenshaltungskosten der Brasilianer.

Die IBGE erwartet für das Gesamtjahr ein Anstieg der Inflation auf 9,93%, den höchsten Wert seit 2003, wo die Inflation 11,02% erreichte. Bisher wurde ein kumulierter Preisanstieg von 8,52% gemessen, der höchste für einen Zeitraum Januar-Oktober seit 1996, als dieser bei 8,70% lag.

Ein direkte Hauptverantwortung für die Preissteigerung ist nicht auszumachen. Allgemein kann man jedoch davon ausgehen, dass es vor allem die Preise für öffentlichen Transport und Strom sind, die bisher zum einem Anstieg der Inflationsrate in 2015 geführt haben. Beispielsweise wird die 16%ige Erhöhung der Strompreise für Rio de Janeiro Anfang November auch Auswirkungen auf die offizielle Inflationsrate des Landes haben. Dies hängt mit der Gewichtung Rio de Janeiros aufgrund seiner Größe und Bedeutung zusammen. Die National Energiebehörde ANEEL beschloss während einer Sondersitzung diese Tariferhöhung, die 3,7 Mio. Haushalte im Bundesstaat Rio de Janeiro betreffen.

Ein Vertreter der IBGE sagte: „Man sieht, dass die Ticketpreise für Busse bereits in fast allen Bundesstaaten angehoben wurde. Es gibt noch weitere Bereiche, wo sich die gestiegenen Energiekosten auf die Verbrauchskosten der Brasilianer durchschlagen werden.“ Er wies zudem darauf hin, dass die Stromkosten in São Paulo im Oktober bei einem Versorgungsunternehmen um 15,5% erhöht wurden und sagte: „In Rio gibt nur zwei Anbieter und daher wird die Anpassung für die Verbraucher letztendlich höher ausfallen.“

Neben den Stromkosten sind auch weitere Einflussfaktoren auf die Verbraucherpreise festzustellen. So erhöhten sich die Fahrpreise für Busse in Fortaleza und Belo Horizonte im November um 14,58%, die Taxipreise in Goiana um 9,63% im Oktober und die Kosten für Mobiltelefonie um 18,18%. Dazu kommen höhere Gebühren bei einigen Banken, die im Schnitt um 8% stiegen.
Dagegen vielen die Gaspreise in Rio de Janeiro um 0,48%

Insgesamt ergab sich ein Anstieg der monatlichen Inflationsrate im September von 0,54% und im Oktober von 0,82%, der höchste Anstieg, der seit dem Zeitraum von 2002 gemessen wurde.

 

Quelle Text: GloboNews | Quelle Foto: BrasilToday