Die Wasserversorgung in São Paulo normalisiert sich wieder. Das System Cantareira versorgt wie zu Zeiten vor der Wasserkrise wieder die meisten Menschen. Von einer Entspannung der Lage zu sprechen, ist es allerdings noch zu früh.

 

Nachdem in Januar das Wasserreservoir Cantareira, welches eine strategisch wichtige Bedeutung für die Versorgung von São Paulo hat, wieder ein positives Niveau erreicht hatte, ist nun ein weiterer Schritt zur Normalisierung der Lage erreicht worden. Das Cantareira System, was seit März 2015 schrittweise immer weniger Menschen versorgen konnte und in eine kritische Situation geraten waren, hat nun erstmals wieder die höchste Zahl an Einwohnern aller Wasserreservoire versorgt.

Anfang 2014 waren noch über 8,8 Mio. Menschen an das System Cantareira angeschlossen. Diese Zahl sank bis April 2015 auf 5,3 Millionen Menschen. Die restlichen wurden auf das zweitgrößte System Guarapiranga umverteilt. Das war neben diversen anderen Maßnahmen wie dem Anreizsystem zum Wassersparen und Strafgebühren bei Wasserverschwendung, die wichtigste Entscheidung, um das von Austrocknung bedrohte Reservoir zu retten.

Inzwischen haben ausgiebige Regenfälle für eine Entspannung der Situation gesorgt. Das System Cantareira versorgt inzwischen wieder 5,7 Millionen Menschen, während am System Guarapiranga nun 5,2, Millionen Menschen angeschlossen sind.

Als Reaktion auf die Wasserkrise hatte die Verwaltung des Bundesstaates São Paulo die bereits vor Jahren beschlossenen Verbindungssysteme zwischen den einzelnen Reservoirs in Angriff zu nehmen und weiter auszubauen, um eine größere Flexibilität zu schaffen und zu verhindern, dass ein Reservoir komplett austrocknen kann. Diese Bauarbeiten haben einen langen Planungsvorlauf. Deshalb dringt der Gouverneur von São Paulo Geraldo Alckmin auf eine Beschleunigung in der Fertigstellung. Ein Hauptkritikpunkt war, dass die Regierung unter Alckmin sehenden Auges in die Katastrophe geraten ist, weil die Probleme theoretisch absehbar waren. Man hatte sich jedoch zu lange an Rekordregenfällen von 2009 ausgeruht und eine Dürreperiode nicht einberechnet.

Inzwischen hat das System Cantareira, was zwischenzeitlich bis auf 5% seiner Kapazität abgesunken war, bei der der Wasserstand so niedrig war, dass Pumpen eingesetzt werden mussten, wieder erholt und ist auf über 38% angestiegen. Das reicht jedoch noch lange nicht, um Entwarnung geben zu können. Noch immer sind viele Haushalte von der regulären Wasserversorgung abgeschnitten. Die Wasserversorgung ist in einigen Teilen von São Paulo weiterhin rationiert.

 

Quelle Text: Folha de S.Paulo | Quelle Foto: Folhapress/Moacyr Lopes Junior

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