Die Zentralbank Brasiliens erwartet eine Steigerung der Energiepreise. Auf das Gesamtjahr 2015 gesehen verteuert sich Strom um voraussichtlich 51,7% und Benzin um bis zu 15% gegenüber 2014. Dieser Anstieg geht darauf zurück, dass die Regierung ihre Transferzahlungen für die Stromerzeugung, immerhin 9 Mrd. R$ im letzten Jahr, eingestellt hat, wodurch die Kosten komplett an die Verbraucher weitergereicht wurden.

 

Die Stromerzeugung befindet sich seit Ende 2012 in einer kritischen Phase, da sich durch die anhaltenden Dürren, die Wassersreservoir reduziert haben. Energieproduktion aus Wasserkraft wird zunehmend schwieriger und kostenintensiver. Um das Defizit auszugleichen wurden Verbrennungskraftwerke intensiver genutzt, deren Betrieb jedoch deutlich teurer ist.

Die Regierung ist jedoch bestrebt, die Kosten der Energieerzeugung durch Neuvergabe von Konzessionen für Wasserkraftwerke und Investition in die Verbesserung der Energieübertragung um bis zu 20% zu reduzieren.

Für Benzin schätzte die Zentralbank eine Steigerung von 15% im Jahr 2015. Dazu trägt auch die Entscheidung der Regierung vom Anfang diesen Jahres bei, die Mineralölsteuer zu erhöhen um die Haushaltslage zu stabilisieren. Weiterhin erhöhte Petrobras, das durch eine Korruptionsaffaire und fallende Rohstoffpreise unter Druck geratene Unternehmen was auch ein landesweites Tankstellennetz betreibt, zu Ende September die Verkaufspreise für Benzin und Diesel, um 6% respektive 4%. 

Betroffen von der Erhöhung sind auch die Gaspreise, die nach Angaben der Zentralbank um 19,9% in diesem Jahr steigen werden.

Insgesamt geht die Zentralbank bei den Verbrauchsausgaben der Haushalte für  Telefon, Wasser, Energie, Kraftstoff und Busfahrten, etc. von einer Steigerung von 16,9% für das Gesamtjahr 2015 aus. Das bedeutet eine Erhöhung gegenüber der Vorhersage aus dem September, wo noch von 15,2% ausgegangen wurde.

Ökonomen sehen in diesen Preissteigerung einen Hauptgrund für die gegenwärtig hohe Inflationsrate in Brasilien.

 

Quelle Text: GloboNews | Quelle Foto: Flickr/DeniWilliams